Wenn Marketing- und Datenteams aneinandergeraten: Die Kluft überwinden

„Wie soll ich ihren Zahlen vertrauen, wenn sie nicht mal wissen, was eine Kampagne ist?“

Ich erinnere mich noch genau an die Frustration, die während eines unserer Meetings hochkochte. Da standen wir – die Marketer auf der einen Seite, die Datenanalysten auf der anderen. Wir brauchten Einblicke, um Kampagnen zu steuern, neue Kunden zu gewinnen und Loyalität aufzubauen. Doch die Daten fühlten sich nicht richtig an. Und das Datenteam? Sie schienen sich nicht dafür zu interessieren.”

Es stellte sich heraus, dass sie genauso frustriert waren wie wir. Sie mussten mit Plattformen arbeiten, die sie nicht verstanden, und Zahlen für Strategien analysieren, an deren Erstellung sie keinen Anteil hatten. Es war ein Rezept für Misskommunikation, Misstrauen und verpasste Chancen.

Kommt dir das bekannt vor? Lass uns darüber sprechen, warum das immer wieder passiert – und wie wir es lösen können.

Warum Marketing- und Datenteams sich nicht einig sind

  1. Das Vertrauensdefizit
    Seien wir ehrlich: Marketer vertrauen den Daten nicht immer. Vielleicht sind sie unvollständig, veraltet oder stimmen nicht mit dem überein, was wir in der Praxis sehen. Wir kennen unsere Zielgruppen, wir verstehen die Plattformen, und wenn die Zahlen nicht stimmen, ist es leicht, den Finger zu zeigen.

Aber hier kommt die Kehrseite: Das Datenteam fühlt sich nicht wertgeschätzt. Sie liefern Einblicke auf der Grundlage der verfügbaren Daten, oft ohne den Kontext, den wir Marketer für selbstverständlich halten.

  1. Daten ohne Kontext sind nur Lärm
    Eine harte Wahrheit? Viele Datenteams kennen sich nicht mit Marketing aus. Sie haben nicht auf Werbeplattformen gearbeitet, keine Kampagnenfristen jongliert oder sich mit Zielgruppensegmentierungen beschäftigt. Sie schauen auf Tabellenkalkulationen, nicht auf Kunden-Personas. Und obwohl sie großartig darin sind, Trends zu identifizieren, verstehen sie nicht immer den „Warum“ dahinter.
  2. Keine Zeit zum Lernen, keine Zeit zum Lehren
    Die Datenteams sind überlastet und müssen Anfragen aus allen Ecken des Unternehmens bearbeiten. Marketingplattformen? Sie sind nur eine von vielen Dingen auf ihrem Tisch. Andererseits haben wir Marketer keine Zeit (oder Geduld), um jedes Detail über unsere Welt zu erklären.

Und so wird die Kluft größer.

Die Kosten des Feststeckens
Wenn wir nicht effektiv zusammenarbeiten, verlieren alle. Kampagnen performen schlecht, weil wir keine umsetzbaren Einblicke haben. Kunden entgleiten uns, weil wir die falsche Zielgruppe ansprechen – oder schlimmer noch, auf Bauchgefühl statt auf Daten setzen.

Und lass uns die Moral nicht vergessen. Wenn Teams einander nicht vertrauen, wächst der Groll. Plötzlich geht es nicht nur noch um die Arbeit. Es wird persönlich.

Wie wir den Kreislauf durchbrechen können

  1. Mit Empathie anfangen
    Marketer, wir müssen aufhören, das Datenteam als Hindernis zu sehen. Sie versuchen nicht, unsere Kampagnen zu sabotieren; sie navigieren einfach in einer Welt, in die sie sich nicht freiwillig begeben haben.

Datenanalysten, nehmt euch einen Moment Zeit, um zu verstehen, was wir erreichen wollen. Hinter jeder Anfrage steckt ein Ziel: mit echten Menschen in Kontakt zu treten, echte Probleme zu lösen und echte Ergebnisse zu erzielen.

  1. Ein gemeinsames Handbuch erstellen
    Wir müssen uns in der Mitte treffen. Das bedeutet, klare Prozesse und Erwartungen festzulegen. Zum Beispiel:
  • Marketer können einen Überblick darüber geben, wie jede Plattform funktioniert und warum bestimmte Metriken wichtig sind.
  • Datenteams können Einschränkungen von vornherein kennzeichnen, damit wir wissen, was realistisch ist.
  1. Zusammenarbeit einbetten
    Warum nicht einen Datenanalysten direkt für ein paar Wochen ins Marketing-Team einbetten? Lass sie das Chaos der Kampagnenplanung, den Nervenkitzel des Launch-Tages und den Druck, KPIs zu erfüllen, erleben. Umgekehrt sollten Marketer Zeit damit verbringen, Datenanalysten zu begleiten, um zu sehen, wie Einblicke generiert werden.
  2. Iteration umarmen
    Zusammenarbeit ist kein einmaliger Prozess. Es ist ein kontinuierlicher Prozess. Fang klein an, lerne aus Fehlern und verfeinere deinen Ansatz. Mit der Zeit wird das Vertrauen wachsen – und damit auch die Ergebnisse.

Das größere Bild
Am Ende des Tages geht es nicht nur um Marketing und Daten. Es geht darum, Silos abzubauen, Zusammenarbeit zu fördern und eine Kultur zu schaffen, in der sich jeder gehört und wertgeschätzt fühlt.

Ja, es ist schwer. Ja, es ist unangenehm. Aber es ist auch lohnenswert. Denn wenn wir es richtig machen, ist der Einfluss unbestreitbar.

Also, was kommt als Nächstes? Werden wir weiter den Finger zeigen? Oder krempeln wir die Ärmel hoch und beheben das?

Die Wahl liegt bei uns.

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